TSA der TSG
1862 Weinheim

WM-Bronze für Eiermann/Zettelmeier

 

Weinheimer Senioren vertreten Tanzsport Deutschland auf der Weltmeisterschaft Senioren II Latein

Platja D’aro/Spanien. Am Freitag, 28. Oktober 2022, fand die diesjährige Weltmeisterschaft in den lateinamerikanischen Tänzen statt. Gleich zwei Paare schickte die Tanzsportabteilung der TSG 1862 Weinheim in die spanische „Höhle der Löwen“ nach Platja D’aro an der Costa Brava: Benjamin Eiermann und Tina Zettelmeier sowie das Ehepaar Dirk und Fabienne Regitz.

 

In einem starken Feld von insgesamt 71 internationalen Paaren aus den USA, Italien, Belgien, Portugal, Südafrika, Frankreich, Niederlande, Schweiz, Österreich und weiteren Nationen ging es von Beginn an über alle Tanzrunden heiß her. Mit viel Herzblut wurde um die bestmögliche Platzierung getanzt. Nach jeder Runde, bestehend aus den fünf Lateintänzen Samba, ChaChaCha, Rumba, Paso Doble und Jive gab es in den Gängen ein großes Gerangel um die Einsicht in die Zwischenergebnisse. Wer hatte es geschafft in die nächste Runde zu kommen? Freude und Tränen lagen da sehr nah beieinander.

 

Nach der 24er-Runde bedeutete es mit Platz 21 das Aus für Dirk und Fabienne Regitz. Etwas enttäuscht über das Ergebnis, nahmen es die beiden dennoch gelassen. Die Latein-WM ist schließlich „nur“ die Generalprobe für die Zehntänzer, die Ende November die Reise nach New Orleans/USA zur Weltmeisterschaft der zehn Tänze (Latein und Standard) antreten werden.

 

Für Benjamin Eiermann und Tina Zettelmeier ging es weiter im Semifinale. In der Runde der besten Zwölf galt es nun erneut Fokus, Energie, Technik und vor allen Dingen Tanzfreude unter Beweis zu stellen. Um vor allen Dingen den Fokus nicht zu verlieren, wurden sie tatkräftig von ihren Trainern Emanuil Karakatsanis aus Weinheim und Mirjam Zwijsen aus Rom unterstützt. Denn die dreifachen deutschen Meister hatten ein klares Ziel vor Augen: auf den dritten Platz auf der WM 2021 sollte nun mindestens die Silbermedaille folgen.

Spannender Titelkampf für die amtierenden deutschen Meister

Die Anstrengungen im Semifinale zahlten sich aus, denn Eiermann/Zettelmeier zogen auf einem eindeutigen zweiten Platz in das Finale mit sechs Paaren ein. Das hieß, dass sie alle elf internationalen Wertungsrichter eindeutig von ihrer Leistung überzeugen konnten. Mittlerweile war es kurz vor Mitternacht. Ein schneller Outfitwechsel in das funkelnde Finalkleid und eine kurze Überprüfung des Make-Ups später ging es ein letztes Mal über die Showtreppe auf das Tanzparkett. Das Finale begann mit einer Vorstellung der Nationen: neben Eiermann/Zettelmeier für Deutschland, qualifizierten sich zwei Paare aus Spanien, ein Paar aus den USA, ein Paar aus Portugal sowie ein Paar aus Italien. Die Musik zum ersten Tanz, der Samba, erklang und die Halle tobte auf Anhieb. Zuschauer und die bereits ausgeschiedenen Paare feuerten das Paar ihrer Nation an. „Überall hörten wir nur: Tina, Benni – Go and get Gold! Es war Gänsehaut pur. Wir tanzten unser Finale als ginge es um unser Leben. Wir wollten und mussten unbedingt alles geben um unser Ziel erreichen“, beschreibt Tina Zettelmeier das innerliche Feuerwerk in der Endrunde.

 

Nach dem fünften und letzten Tanz, dem Jive, lagen sich beide nassgeschwitzt aber glücklich und mit der Gewissheit, alles gegeben zu haben, im Arm. Jetzt lag es am Wertungsgericht die Platzierungen zu verteilen. Nervös bis in die Fingerspitzen warteten die beiden Tänzer die Ergebnisverkündung ab. Platz Sechs, Fünf und Vier wurden aufgerufen, dann hieß es: „Der dritte Platz geht an Deutschland“. Somit stand fest, dass die Bronzemedaille erneut an Eiermann/Zettelmeier ging. Für Platz Eins und Zwei wurden die beiden Paare aus Spanien aufgerufen, die den Heimvorteil nutzten und das jeweilige Vorjahres-Ergebnis wiederholten. Freude über die Bronzemedaille für Deutschland kam auf, doch auch Tränen der Enttäuschung flossen bei Benjamin und Tina. „Als Weltranglistenerster geben wir nicht auf, kämpfen weiter und versprechen weiterhin alles zu geben, sodass es bei der nächsten Weltmeisterschaft heißen wird: Gold für Deutschland“, sind sich beide sicher.